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In dulce jubilo

Ein vor allem im sakralen Raum häufig gesungenes Weihnachtslied ist In dulce jubilo. Sowohl in der evangelischen als auch katholischen Kirche bekannt, bestehen dennoch auffallende konfessionelle Unterschiede in der jeweiligen Darbietungsweise: Während erstere mit Nun singet und seid froh (Übersetzungstitel) eine vollkommen eingedeutschte Version bevorzugt, nutzen Katholiken meist die ursprüngliche Mischvariante, in der ebenfalls lateinische Textpassagen gesungen werden.

Die durchgehend deutsche Textfassung geht auf das Jahr 1646 zurück, die Melodie sowie die ursprüngliche Mischtextversion stammen vermutlich aus dem 15., vielleicht sogar schon aus dem 14. Jahrhundert. Die entsprechenden Urheberschaften lassen sich derzeit nicht rekonstruieren. Seit dem 17. Jahrhundert ist das Lied in den gängigen Gesangsbüchern der beiden größten christlichen Kirchen vertreten.

Die (halb-)lateinischen Weihnachtslieder gehören zu den ältesten bekannten Überlieferungen ihrer Art. Sie müssen als wichtige Bestandteile der Liturgie verstanden werden und wurden ausnahmslos in diesem Kontext zu Gehör gebracht. Weihnachten spielte sich im Spätmittelalter, bzw. in der Frühen Neuzeit rein im kirchlichen Umfeld ab, familiäre oder vereins- und berufsgebundene Weihnachtsfeiern waren unbekannt. Lieder mit Mischtexten können jedoch für den Entwicklungsprozess, Weihnachten auch in den privaten Lebensbereich zu übertragen, als bedeutsam erachtet werden: So konnte etwa auch In dulce jubilo im Dialog zwischen Pastor und Gemeinde gesungen, letztere also aktiv in liturgische Brauchformen eingebunden werden.

Inhaltlich beziehen sich die frühen Weihnachtslieder vor allem auf die Geburt Christi. Auch hier soll die Freude über seine Geburt zum Ausdruck gebracht werden.

Nun singet und seid froh
In dulce jubilo
Evangelisches Gesangbuch, Lied Nr. 35

1. Nun singet und seid froh,
Jauchzt all' und saget so:
Unsers Herzens Wonne
Liegt in der Krippe bloß
Leuchtet als die Sonne
In seiner Mutter Schoß.
Du bist A und O.

2. Sohn Gottes in der Höh,
Nach dir ist mir so weh!
Tröst mein Gemüte,
O Kindlein zart und rein,
Und durch deine Güte
O liebstes Jesulein!
Zeuch mich hin nach dir!

3. Groß ist des Vaters Huld
Der Sohn tilgt unsre Schuld;
Da wir ganz verdorben.
Durch Sünd' und Eitelkeit,
Hat er uns erworben
Die ew'ge Himmelsfreud'.
Eia, wär'n wir da!

4. Wo ist der Freudenort?
Sonst nirgend mehr denn dort,
Da die Engel singen
Dem lieben Jesulein,
Und die Psalmen klingen
Im Himmel hell und rein.
Eia, wär'n wir da!

Autor: Lars Winterberg

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Publikationsdatum dieser Seite: 2018-01-23