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Fröhlich soll mein Herze springen

Ein inzwischen integraler Bestandteil des evangelischen Gottesdienstes ist das Lied Fröhlich soll mein Herze springen. Im Jahre 1653 schrieb der Kirchenlieddichter Paul Gerhardt den Text des 12 Strophen umfassenden Weihnachtsliedes, welches noch im selben Jahr von Johann Crüger vertont wurde. Gerhardt lernte den Komponisten, der zu zahlreichen seiner Stücke die noch heute gebräuchlichen Melodien schrieb, bereits 1643 kennen.

Crüger zeichnet nicht nur für diverse bekannte Kompositionen und einige musikpädagogische Schriften verantwortlich, sondern wurde durch die Herausgabe des bedeutendsten Kirchenliederbuchs des Barocks - "Praxis pietatis melica" (Übung der Frömmigkeit in Gesängen) - geradezu berühmt. Die spezifische Wirkungsgeschichte Gerhardts ist nicht weniger eindrucksvoll: Er verfasste über 139 geistliche Lieder, darunter auch verschiedene Advents- und Weihnachtslieder, und half auf diese Weise den Kern christlicher Lehre weit über deutsche Landesgrenzen hinaus zu verbreiten. Sein Werk wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt und, wie etwa der berühmte Arzt Albert Schweitzer für den afrikanischen Raum berichtete, auch gerne gesungen.

Wie ein Großteil der Lieder Gerhardts ist auch Fröhlich soll mein Herze springen von persönlichen Verlusterfahrungen und den Eindrücken des Dreißigjährigen Krieg beeinflusst. Der Dichter und Pfarrer war bereits seit seinem 15. Lebensjahr Vollwaise, verlor später vier seiner fünf Kinder und hatte überdies den frühen Tod seiner Ehefrau zu verkraften.

Gott wird in Jesus Mensch - diese Kernbotschaft des Weihnachtsfestes, entfaltet Paul Gerhardt in seinem Lied.

Fröhlich soll mein Herze springen
Evangelisches Gesangbuch, Lied Nr. 36

1. Fröhlich soll mein Herze springen
dieser Zeit, da vor Freud alle Engel singen.
Hört, hört, wie mit vollen Chören alle Luft laute ruft: Christus ist geboren.

2. Heute geht aus seiner Kammer
Gottes Held, der die Welt reißt aus allem Jammer.
Gott wird Mensch dir, Mensch, zugute,
Gottes Kind, das verbindt sich mit unserm Blute.

3. Sollt uns Gott nun können hassen,
der uns gibt, was er liebt, über alle Maßen?
Gott gibt, unserm Leid zu wehren,
seinen Sohn aus dem Thron seiner Macht und Ehren.

4. Er nimmt auf sich, was auf Erden
wir getan, gibt sich dran, unser Lamm zu werden,
unser Lamm, das für uns stirbet
und bei Gott für den Tod Gnad und Fried erwirbet.

5. Nun er liegt in seiner Krippen,
ruft zu sich mich und dich, spricht mit süßen Lippen:
"Lasset fahrn, o liebe Brüder,
was euch quält; was euch fehlt, ich bring alles wieder."

6. Ei, so kommt und laßt uns laufen,
stellt euch ein, groß und klein, eilt mit großem Haufen!
Liebt den, der vor Liebe brennet;
schaut den Stern, der euch gern Licht und Labsal gönnet.

7. Die ihr schwebt in großem Leide,
sehet, hier ist die Tür zu der wahren Freude;
faßt ihn wohl, er wird euch führen
an den Ort, da hinfort euch kein Kreuz wird rühren.

8. Wer sich fühlt beschwert im Herzen,
wer empfind't seine Sünd' und Gewissensschmerzen,
sei getrost: hier wird gefunden,
der in Eil machet heil die vergift´ten Wunden.

Autor: Lars Winterberg

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Publikationsdatum dieser Seite: 2018-01-23