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Kurrende

"Kurrende" bezeichnet eine heute relativ unbekannte Form des Heischebrauchs am Heiligabend. Dabei werden gegen kleinere Spenden und Geschenke Weihnachtslieder von Schulchören vortragen. Die gesammelten Gaben sollen traditionell armen Kindern zu Gute kommen und ihnen ein würdigeres Weihnachtsfest ermöglichen. Kurrendesänger sind seit dem Mittelalter bekannt. Die Bezeichnung für die singenden Kinder und Jugendlichen wird vom lateinischen "currere" abgeleitet, was "laufen / umherlaufen" meint und damit auf die ursprüngliche Form des Umzugs verweist.

"Kurrende" ist eine vornehmlich seit dem Mittelalter bekannte Bezeichnung für eine Gruppe von Kindern und Jugendlichen, die am Heiligabend gegen kleinere Entlohnungen geistliche Lieder vortragen. Da diese Gruppen meist durch eine Lehrperson begleitet werden, spricht man im Kontext des Weihnachtsfestes auch allgemeiner von Schulchören.

Die konkreten Brauchhandlungen der Kurrendesänger sind regional unterschiedlich und heute allenfalls noch in protestantischen Gegenden verbreitet. Bekannt sind vor allem inszenierte Auftritte auf öffentlichen Plätzen, die - ggf. in lokaler Tracht - an folkloristische Darbietungen erinnern.

Kurrende leitet sich vom lateinischen "currere" ab, was mit "laufen/umherlaufen" zu übersetzen ist. In seiner ursprünglichen Form zogen die Gruppen von Haus zu Haus, trugen deutsche und lateinische Weihnachtslieder vor und sammelten auf diese Weise Brote, Obst, Nüsse, Süßigkeiten oder kleinere Geldspenden, um damit auch armen Kindern ein würdiges Weihnachtsfest zu ermöglichen.

Unter Kurrende versteht man also eine nicht seltene Form der Armenfürsorge, bei der zumeist Kinder oder auch Betroffene der verarmten Unterschichten selbst durch ritualisierte Handlungen wie dem Gesang, einer Aufführung, einem Spiel (etc.) Almosen sammeln. Diese und ähnliche Kulturmuster werden allgemein als Heischebräuche bezeichnet. Heischen oder auch Gripschen und Schnörzen sind ehemals bekanntere Umschreibungen für Betteln und Bitten. In ihrer Funktion entsprechen sie grundsätzlichen christlichen Vorstellungen der Nächstenliebe und sind daher mit zahlreichen meist religiösen Brauchterminen verbunden. Heischegänge sind etwa zu St. Martin, Epiphanias oder auch Allerheiligen regional verbreitet.

Autor: Lars Winterberg

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Publikationsdatum dieser Seite: 2018-01-23