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Allerheiligen

Im 9. Jahrhundert brachten irisch-schottische Missionare das Fest, das in der katholischen Kirche als Feiertag begangen wird, auf den Kontinent. An diesem Tag wird aller Heiligen und Märtyrer gedacht.

Im katholischen Kirchenkalender markiert der 1. November ein Hochfest: Zu diesem Termin wird offiziell aller christlichen Heiligen gedacht, was den Feierlichkeiten die Bezeichnung "Allerheiligen" einbrachte. Das Fest wird im Zeichen der Besinnung begangen und nimmt damit direkten Bezug zur herbstlichen Jahreszeit, der zunehmenden Dunkelheit und dem Rhythmus der Natur zwischen Leben und Vergänglichkeit. Dieser ernsten Grundstimmung hat die Kirche stets Rechnung getragen. Die Zeit vor dem ersten Advent wurde schon früh als Toten- und Todesgedächtnis liturgisch festgelegt und baut damit eine Brücke zum Untergang der Welt, dem Jüngsten Gericht und regt schließlich zur Reflektion über das eigene, christliche Leben an.

Allerheiligen geht auf Gedenkfeiern für christliche Märtyrer in der Antike zurück. Im 4. Jahrhundert sollten diese Feiern im Rahmen des Osterfestkreises auch an das Leiden und Auferstehen Christi erinnern. Um die Weihe des römischen Pantheons zur Kirche Marias und aller heiligen Märtyrer hervorzuheben, verlegte Papst Bonifatius IV. das Fest 610 auf den 13. Mai. In der byzantinischen Kirche wird noch heute nach Pfingsten der "Sonntag aller Heiligen" gefeiert. In der ersten Hälfte des 8. Jahrhunderts dehnte Papst Gregor III. das Gedächtnis auf alle christlichen Heiligen aus. 835 wurde es schließlich durch Gregor IV. als "Fest aller Heiligen" auf den 1. November datiert. Im 9. Jahrhundert breitete sich Allerheiligen durch den Einsatz irisch-schottischer Missionare verstärkt auf dem europäischen Kontinent aus.

Durch die Dopplung der Gedenkfeiern Allerheiligen und Allerseelen wird die erste Novemberwoche heute auch als Trauer- oder Seelenwoche bezeichnet. Die Brauchpraxis der Festtage ist inzwischen stark verwoben und findet maßgeblich im katholischen Kontext statt. Regionale Sonderformen - das Schmücken der Gräber, verstärkte Grabbeleuchtung durch Kerzen, Öffnung von Beinhäusern, Totenämter, gemeinsames Essen etc. - ergänzen den kulturellen Handlungsrahmen. Eine weitere Bedeutung erhält der regionale Feiertag hinsichtlich des vorgelagerten Halloweens. Da der 1. November in katholischen Gebieten meist arbeitsfrei bleibt, lässt sich das zentrale Element der nächtlichen Feier überhaupt breitflächig umsetzen, eine gastronomische Kommerzialisierung sorgt für Popularitätszuwachs. Am Ewigkeitssonntag, Ende November, gedenkt die Evangelische Kirche der Toten. Deshalb wird dieser Tag auch Totensonntag genannt.

Autor: Lars Winterberg

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Publikationsdatum dieser Seite: 2018-01-23