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Adventskalender

Adventskalender verkürzen die 24 Tage des Wartens und der Vorfreude mit kleinen Geschenken und Überraschungen. Gerade mal seit 100 Jahren gibt es den Adventskalender in gedruckter Form. 1903 hat ein evangelischer Verleger aus München den ersten Adventskalender auf den Markt gebracht. Die Popularität seiner Kalender nahm schnell zu; 1920 waren sie international bekannt. Heute bietet das Angebot eine unübersehbare Vielfalt.

Der Adventskalender war von Beginn an Ausdruck der Vorfreude auf die Weihnachtszeit. Mit seinen 24 Türchen, Toren oder Päckchen steht er heute sinnbildlich für die Relevanz der Adventstage im privaten Raum. Die Zeit des Advents findet vergleichsweise geringe mediale Beachtung. Dies lässt sich unter anderem auf die kommerzielle Vorlagerung adventlicher Merkmale bis in den Spätsommer zurückführen. Im familiären Umfeld haben sich allerdings zahlreiche Brauchhandlungen etabliert, die zwar regional und je nach sozialer Gruppe unterschiedlich sein können, grundsätzlich aber eine bürgerliche Form der Weihnachtsvorbereitung symbolisieren. Das Anbringen eines Adventskalenders - obgleich als Geschenk, gemeinschaftlich gebasteltes Kunstwerk oder maschinell gefertigte Ware - gehört in diesen Handlungsrahmen.

Vorformen des heute bekannten Adventskalenders finden sich bereits im 19. Jahrhundert. Seit 1850 sind sogenannte Adventszeitmesser bekannt, die in unterschiedlichsten Varianten das Nahen des Weihnachtsfestes dokumentieren. Die Bandbreite reichte von kleinen Abrisskalendern, einfachen Kreidestrichtafeln und Weihnachtsuhren über Kerzen, deren Abbrennen nach bestimmten Markierungen erfolgte, bis hin zum Adventskranz, der in seiner Bedeutung ebenfalls dem Adventskalender verwandt ist.

Der erste gedruckte Adventskalender geht auf einen Münchner Verleger zurück, der damit 1908 ein privates Familienritual kommerzialisierte. In seinen Kindertagen soll die Mutter alljährlich einen Karton mit 24 angenähten Keksen gebastelt haben. Beginnend mit dem ersten Dezember sollte die in Kinderaugen allzu lange Wartezeit täglich mit einer Leckerei versüßt werden. Die Popularität der gedruckten Kalender nahm sehr schnell zu - 1920 waren sie bereits international bekannt. Entsprechend schnell erweiterte sich auch das jeweilige Angebot: Formen und Motive - anfangs wurden verstärkt christliche Symbole verwendet - wurden immer differenzierter und spiegelten zunehmend zeitgenössische Modevorstellungen. Im Nationalsozialismus wurden christliche Motive konsequent durch Märchenfiguren ersetzt, um das Weihnachtsfest vom christlichen Hintergrund zu lösen. Märchenmotive haben sich in der Gestaltung von Adventskalendern bis heute gehalten. Der Gestaltung scheint aber heute kaum eine Grenze gesetzt, besteht doch mitunter sogar die Möglichkeit, einen individuellen Kalender virtuell zu erstellen und diesen via Internet an Freunde und Bekannte zu versenden.

Autor: Lars Winterberg

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Publikationsdatum dieser Seite: 2018-01-23